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female cycling force – Mehr Frauen im Radsport!

Q&A mit Linda Mutschlechner

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Was in den letzten Jahrzehnten eine männerdominierte High Performance-Domäne war, hat sich stark gewandelt. Der Rennradsport ist deutlich inklusiver und zieht durch seine vielfältigen Facetten immer mehr Menschen an. Durch die Entwicklung der Gravel Bikes findet der Sport außerdem auch offroad statt, sodass sich das Gesicht des Radsports verändert hat. Die Tage, in denen sich der Radsport hauptsächlich um die übermenschlichen Leistungen der Superstars während der Grand Tours und Klassiker drehte und Doping-Skandale ihre Schatten warfen, sind vorüber. Heute bietet der Sport Raum für Communities, die gemeinsam die schönen und harten Seiten des Sports zelebrieren. Eine Initiative, die dabei hilft, das neue Bild des Radsports zu formen, ist die female cycling force.

Die female cycling force, oder kurz FCF, ist eine Organisation, die sich an Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, Trans- und A-Gender – Personen richtet. Hier gibt es einen vorurteilsfreien Platz für gemeinsame Rides, Community-Reisen, Events, Werkstattkurse und eine Möglichkeit, sich mit anderen Radfahrerinnen zu vernetzen. Wir hatten die Chance mit Linda, der Gründerin der FCF zu sprechen und wollten von Ihr wissen, was sie zur Gründung der female cycling force bewegt hat.

Q&A mit Linda Mutschlechner, FCF – Gründerin.

Linda, schön, dass wir euch in eurem Club House besuchen können. Seit wann gibt es die female cycling force?

„Der erste Ride hat 2021, während Covid statt gefunden und seitdem wächst female cycling force beständig. Neben Rides haben wir nach und nach auch Camps, Workshops und Talks anbieten können. Seit Januar 2025 haben wir ein Clubhouse im Herzen von München als Anlaufstelle für alle radbegeisterten Frauen.“

Was hat dich zur Gründung der FCF bewegt?

„Ich wollte nicht mehr alleine oder nur mit Männern Radfahren und damals gab es keine Frauenrennradgruppen.“

Wie siehst du die aktuelle Lage des Frauen-Radsports?

„Man merkt deutlich, dass sich was bewegt und eine Veränderung stattfindet. Wichtig war dafür vor allem auch, dass es die Tour de France Femme nach so langer Pause wieder gibt. Trotzdem ist es noch ein langer Weg zur Gleichberechtigung, vor allem was Bezahlung, Sichtbarkeit, Forschung und Support angeht.“

Was könnte man, deiner Meinung nach, im Frauen-Radsport noch besser machen?

„An Produkten, die explizit für Frauen entwickelt wurden, herrscht aktuell noch Mangel und die Bezahlung von Profis sollte unbedingt angepasst werden.“

Das neue Clubhouse sieht super aus! Was sind eure Pläne mit so einem großen Space?

„Danke! Wir sind auch wirklich unheimlich stolz darauf! Der eine Teil, so wie ihn die meisten kennen, bleibt unser Herzstück, das Clubhouse für unsere Guides und Community. Die Erweiterung, direkt anschließend ist eine Ergänzung, aber nicht female only: Werkstatt und Verleih von Road- & Gravel mit höchstem Qualitätsanspruch.“

Wen möchtet ihr mit der FCF abholen?

„Jede, die sich für Räder begeistern kann. Von der absoluten Einsteigerin bis hin zur Lizenzfahrerin – wir bieten Raum für alle Level und genau das ist auch unsere Mission: Radfahren sichtbarer, zugänglicher und sicherer zu machen. Von und für Frauen.“

Welche Rides bietet die FCF an?

„Wir bieten im Wechsel Early Bird, Afterwork, längere Weekendrides, Rookierides und Gravelrides an. Zusätzlich auch Techniktraining und virtuelle Rides im Winter.“

Welche drei Tipps hast du für Frauen, die ganz neu in den Radsport einsteigen?

„1: Jede fängt mal an: Lass dich nicht von Material oder Können anderer beeinflussen oder sogar abhalten.

2: Es gibt keine blöden Fragen: Jede Frage die du hast, hat mindestens noch jemand anders, der froh ist, wenn du sie stellst.

3: Einfach machen: Du willst radfahren? Dann setz dich auf’s Rad (das gibt’s inkl. Helm auch bei uns) und der Rest kommt von allein.“

Welchen Vibe können die Frauen bei euch erwarten?

„Inklusion, Empowerment und vor allem Spaß am Radfahren.“

Wo ist die FCF momentan vertreten?

„Aktuell sind wir in München und Stuttgart, neue Standorte sind nicht ausgeschlossen.“

Wie sieht die Zukunft der FCF aus?

„Unsere Mission wird es immer sein, die Hürden des Rennradsports für Frauen so weit wie möglich zu minimieren und die Sichtbarkeit zu maximieren. Rides, Camps, Events sind und bleiben hier unser wichtigster Ankerpunkt. Wenn wir in Zukunft noch in anderen Städten Community, Clubhouse und Zugang schaffen können, wäre das natürlich ein absoluter Traum.“

Wo kann man am besten mit euch connecten und euch folgen?

„Am aktivsten sind wir auf Instagram (@femalecyclingforce, @fcf.stuttgart), alle Infos findet man aber auch auf unserer Homepage www.femalecyclingforce.com

4 Quick Fire Questions für dich:

Gravel oder Rennrad?

„Rennrad.“

Was war deine längste Tour?

„240km von München nach Brixen zur Taufe meines Patenkindes“

Welche Tour ist dir am meisten im Kopf geblieben?

„Als ich das erste Mal zum Sonnenaufgang auf Mallorca zum Cap Formentor gefahren bin. Absolut magisch.“

Was magst du am meisten an der FCF?

„Dass es immer Mädels gibt, die mit mir radfahren. Sei es zu einem Early Bird oder eine Mehrtagestour. Und natürlich das Feedback aus der Community, wenn sie durch FCF über sich hinausgewachsen sind, das ist das Größte für mich.“

Danke Linda!

Wir freuen uns, das Projekt von Linda und all den Frauen der female cycling force unterstützen zu können. RABE BIKE ist Partner der FCF für 2026. Ab April kannst du deshalb Gravel Bikes und Rennräder von Focus bei der female cycling force ausleihen und testen. Alles was du dazu wissen musst, wie du an den Group Rides teilnehmen kannst und was die female cycling force außerdem noch zu bieten hat, findest du auf der offiziellen Website heraus: www.femalecyclingforce.com.