Welches Fahrrad-Navigationsgerät ist besser?

Der große Test: Garmin Edge 820 und Edge 1030

31. Juli 2018
Der große Test: Garmin Edge 820 und Edge 1030

Wir nehmen die beiden Top Fahrrad-Computer des Marktführers für dich unter die Lupe und zeigen dir, welches Gerät für welchen Einsatzzweck geeignet ist, wie das Einrichten der Geräte im Bundle an deinem Bike funktioniert und vieles mehr.

Garmin bietet seit vielen Jahren Fahrradcomputer für ambitionierte Sportler aber auch Touren- und Trekkingfahrer an. In diesem Test vergleichen wir die letzten Entwicklungsstufen der beiden Topmodelle des Marktführers. Routenaufzeichnung, Navigation und Trainingsanalysen sind nur einige der Features, die der Edge 820 und Edge 1030 im Repertoire haben. In den Bundlen der Geräte liegen diverse Halter und Sensoren bei, die vor der ersten Tour am Bike montiert werden müssen. In den folgenden Zeilen gehen wir auf all diese Punkte genauer ein.

Installation des Garmin Edge Bundles am Fahrrad

Im Edge 820 und 1030 Bundle sind jeweils Trittfrequenz-, Herzfrequenz- und Geschwindigkeitssensoren beiliegend, sowie Vorbau und Out-Front Mounts um das Garmin am Fahrrad zu montieren. Sowohl Trittfrequenz- als auch Geschwindigkeitssensor funktionieren alleinstehend ohne weitere Magneten oder Abnehmer, was die Montage am Fahrrad sehr simpel macht. Der Geschwindigkeitssensor wird um die Vorder- oder Hinterradnabe gespannt und kalibriert sich bei der ersten Fahrt selbstständig.

Mit einem der drei beiliegenden Gummis lässt sich der Trittfrequenzsensor an jeder Kurbel anbringen. Hier sollte noch beachtet werden, dass der Sensor nicht die Kettenstrebe des Rahmens berührt und der Schuh nicht am Befestigungs-Gummi schleift, um ein Beschädigen oder Verlorengehen des Sensors zu vermeiden.

Um die Sensoren mit dem Navigationsgerät zu verbinden, müssen sie aktiviert werden. Drehe also das Rad mit dem montierten Geschwindigkeitssensor und die Kurbel ein paar Umdrehungen um die Sensoren aus dem Schlafmodus zu holen. Damit der Herzfrequenzsensor aktiviert wird, musst du diesen einfach anlegen. Die aktiven Sensoren werden vom Garmin Edge schnell erkannt und können dann verbunden werden.


Garmin Edge 820

(Software Version 8.50)

Erster Eindruck:

Klein, kompakt, unauffällig. Der Edge 820 ist der Top Computer von Garmin in der Klasse der Geräte mit kompaktem Formfaktor. Wie auch der 1030, bietet er die Möglichkeit der GPS Aufzeichnung, Navigation, anpassbare Datenseiten mit einer Fülle an Parametern (Geschwindigkeit, Höhe, Trittfrequenz, Leistungsmessung etc.), Darstellung der Daten von verbundenen Sensoren, Strava Live Segmente (nur mit Premium Account) und weitere Features. In den Grundfunktionen sind der Edge 820 und 1030 also sehr ähnlich. Beide Geräte richten sich an ambitionierte Biker, die ihre Workouts aufzeichnen und im Nachhinein analysieren möchten. Für die reine Navigation im günstigeren Preissegment bietet sich eher der Garmin Edge Explore mit eingeschränkteren Funktionen an.

Einstellen des Fahrradcomputers

Das erste Setup mit dem kleinen Garmin ist relativ selbsterklärend und geht größtenteils intuitiv von der Hand. Sprache, Maßeinheiten und Fahrerprofil werden festgelegt, das Garmin mit dem Smartphone und der Garmin-Connect App verbunden. Wer ein Strava Profil hat, kann dieses in der App mit seinem Garmin Account verbinden so dass gefahrene Routen nach der Synchronisation direkt auf Strava sichtbar sind. Nach Werkseinstellung zeichnet der Radcomputer die Routen rein über GPS-Signal auf. Um die Genauigkeit zu verbessern ist es allerdings empfehlenswert das russische Ortungssystem Glosnass und GPS gemeinsam zu verwenden. Dies kann in den Systemeinstellungen geändert werden.

Bedienung des Garmin Edge 820

Als der Edge 820 2016 auf den Markt kam, war er der erste kompakte Fahrradomputer mit einem Touchscreen von Garmin. Das berührungsempfindliche Display soll das etwas umständliche Navigieren per Tasten durch Menüs und Einstellungen wesentlich vereinfachen. Nachdem fast ausnahmslos jeder ein Smartphone mit super empfindlichen, schnell reagierenden Display in der Tasche hat und dieses Verhalten der Geräte nun gewohnt ist, wirkt der Edge 820 im Vergleich etwas langsamer und weniger empfindlich. Berührungen werden leicht zeitversetzt erkannt und die Aktion danach dauert einen kurzen Moment bis sie erfolgt ist. Die Reaktionszeiten des Geräts sind verhältnismäßig lang und anfangs vielleicht etwas irritierend, allerdings reine Gewöhnungssache.

Lesbarkeit des Displays

Die Datenfelder werden gut ablesbar in schwarz weiß dargestellt und können auch bei direkter Sonneneinstrahlung optimal abgelesen werden. In der Navigation mit Farbdisplay wirken die Farben in schwierigen Licht Situationen etwas schwach und machen dadurch das Erkennen von Straßen und Abzweigungen mit einem schnellen Blick nach unten etwas schwerer.

Unser Praxistest

Wenn man sich an die etwas langsame Geschwindigkeit des Edge 820 einmal gewöhnt hat, überzeugt der Computer im Test durchaus durch ein stabil laufendes System. Auch die individuell konfigurierbaren Datenfelder lassen sich optimal auf die Bedürfnisse von 99% der Radfahrer einstellen. Diese Konfigurierbarkeit sorgt für perfekte Übersicht der Trainingsdaten um in gewünschten Herzfrequenz- oder Powerzonen zu trainieren und das Training effizient gestalten zu können. Im Navigationsmodus kommen Abbiegehinweise frühzeitig vor der Kurve oder Kreuzung und noch einmal direkt vor dem Abbiegevorgang. Mit angegebenen 15 Stunden Akkulaufzeit ist der Computer auch für lange Tage im Sattel ausreichend ausgestattet und für Endurance Fahrer oder Mehrtages-Tourer ist das neue Charge™-Strompack auch mit dem Edge 820 kompatibel. Aufgrund der größeren Darstellungsfläche des Displays und umfangreicherer Navigationsfeatures würden wir hier allerdings das Garmin Edge 1030 empfehlen.

Unser Fazit

Leichte Schwächen bei der Geschwindigkeit des Geräts, doch der positive Gesamteindruck bleibt bestehen. Umfangreiche Funktionen und ein solide laufendes System machen den Edge 820 zum guten Begleiter für sportlich ambitionierte Mountainbiker und Rennradfahrer die einen Computer mit kompakten Formfaktor zur Trainingsaufzeichnung suchen.

PRO:

  • Formfaktor
  • Trainingsaufzeichnung inkl. Sensoren
  • Navigation

CONTRA:

  • Touchscreen
  • Reaktionszeiten

Garmin Edge 1030 - das Flaggschiff

(Software Version 3.70)

Erster Eindruck

Nachdem man die Verpackung des 1030 geöffnet hat und das Gerät das erste Mal in der Hand hat, fallen sofort zwei Dinge auf. Der Edge ist mit seinem 3,5 Zoll Display sehr groß und ähnelt auf den ersten Blick eher einem Smartphone als einem Fahrradcomputer. Nicht nur in der Größe erinnert er an ein Mobiltelefon sondern auch im Bezug auf die hochwertige Haptik. Keine Gummiklappe über dem USB-Anschluss sondern eine hochwertige Verschlusskappe aus Plastik und auch die Tasten des 1030 wirken deutlich hochwertiger als bei anderen Geräten. Eine solide Außenschale und das klare Display vervollständigen das positive Erscheinen.

Einstellen des Navigationsgeräts

Direkt nach dem Set-Up merkt man, dass Garmin hier viel Arbeit in das neue Topmodell investiert hat. Der Fahrradcomputer fährt im Test sehr schnell hoch, reagiert sehr empfindlich auf Eingaben, verbindet sich sofort mit der App und die Synchronisation läuft deutlich schneller als bei anderen Garmin Geräten. Wo der Edge 820 durch seine leicht verzögerten Reaktionszeiten minimal schwächelt, punktet der 1030, der empfindliche Touch-Screen vereinfacht die Eingaben und das Einrichten des Gerätes.

Bedienung des Garmin Edge 1030

Nicht ganz auf dem Niveau moderner Smartphones, reagiert der Touch-Screen des Edge 1030 trotzdem sehr empfindlich auf Eingaben und setzt diese direkt und ohne Verzögerung um. Auffällig sind, wie oben schon angesprochen, die schnellen Reaktionszeiten und generelle Verarbeitungszeit jeglicher Vorgänge die das Gerät ausführt. Schnell und ohne Verzögerungen, wie man es bei einem Navigationsgerät dieser Preisklasse erwarten würde, überzeugt der Edge 1030 in punkto Bedienung.

Lesbarkeit des Displays

Die reine Größe des Bildschirms macht es kaum möglich etwas nicht gut erkennen oder ablesen zu können. Kräftige Farben und eine scharfe Darstellung sowohl der Datenseiten, als auch der Navigation unterstreichen den positiven Eindruck. Alleine die Verunreinigungen durch die Bedienung des Touch-Screens sorgen manchmal für leichte Spiegelungen, weshalb man den Bildschirm stets sauber halten sollte. Die Größe der Datenfelder ist auch bei maximalerkonfigurierter Anzahl noch mehr als ausreichend und wem die Farben im Navigationsmodus nicht gefallen oder für schwer zu erkennen befindet, kann diese in den Einstellungen personalisieren. 

Unser Praxistest

Am Fahrrad montiert, wirkt die Größe des 1030 erstmal gewöhnungsbedürftig. Weit nach vorne ragt der Computer auf dem Out-Front Mount und verleiht dem Fahrrad mit kompletter Vernetzung von sämtlichen Daten, die das Rad hergibt ein bisschen den I-Pod/Tesla Charakter. Nach dem Start der Aufzeichnung und den ersten paar hundert Metern in gewohnter Umgebung überrascht der Computer mit Warnhinweisen zu scharfen Kurven voraus, obwohl die Navigation nicht aktiviert ist. Ein Feature das sich natürlich deaktivieren lässt, doch auf neuen Strecken in unbekannten Regionen sehr hilfreich sein kann. Wie der Edge 820 läuft auch der Edge 1030 stabil und solide während Aufzeichnung und Navigation. Nur einen kleinen Absturz hatten wir im Testzeitraum, von dem sich der 1030 allerdings binnen weniger Sekunden wieder erholt hatte und seine Arbeit ohne weitere Probleme fortsetzte. Der einzige mögliche Nachteil des 1030 könnte im Formfaktor für den Mountainbike Einsatz bestehen. Bei Stürzen erhöht die Größe des Garmin Edge 1030 die Gefahr den Computer zu beschädigen.

Unser Fazit

Der Edge 1030 ist Garmins Premium Fahrradcomputer und wird diesem Titel auch gerecht. Hervroragende Haptik, schönes Touch-Display, schnelle Rechenleistung und Garmins umfangreichstes Navigationssystem in Verbindung von bis zu 20 Stunden Akkulaufzeit machen den 1030 sowohl für ambitionierte Sportler, als auch für Touren- und Trekkingradler interessant. 

PRO:

  • Haptik
  • Touchscreen
  • Rechenleistung
  • Akkulaufzeit
  • Navigationsumfang

CONTRA:

  • Formfaktor für MTB

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