Hinweis in eigener Sache
Für die Richtigkeit der Informationen auf unserer Homepage übernehmen wir keine Gewähr. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass Mountainbiken mit Risiken verbunden ist und dass alle Verwender unserer Information auf eigenes Risiko handeln.
Alpencross Infos allgemein: Schneelage, Hütten-News und Pässe
Krimmler Tauern Übergang nach Südtirol
Eine neue schöne Alpencross-Variante hat sich aufgetan, seitdem die Süd-Abfahrt vom Krimmler-Tauernpass nach Italien saniert wurde: Bisher musste die Südseite runtergeschoben werden, jetzt kann man den Weg zu 90% fahren.
So könntet Ihr jetzt fahren: Wörgl (Bhf) - Hopfgarten - Filzenscharte - Krimml - Krimmler Tauern Hütte - Krimmler Tauernpass - Ahrntal - Bruneck.
Ab Bruneck habt Ihr optimale Verbindungen in die Dolomiten, z.B. zur Fanes-Hütte.
Wörgl im Inntal ist ein optimaler Startplatz: Der Ort liegt direkt an der Hauptachse der Zugverbindungen, somit ist die Rückfahrt aus Italien recht lässig.
Tipp: Auf dem Weg von Wörgl nach Südtirol müsst Ihr über 2 Pässe. Zuerst über die Filzenscharte und danach über besagten Krimmler-Tauernpass. Zur Filzenscharte geht ein nagelneuer Schotterweg, kurz vor der Scharte müsst Ihr 5min schieben und tragen bis zum Anschlussweg ins Tal. Danach tolle Abfahrt nach Krimml mit sensationellem Ausblick. Im Krimmler Tauernhaus könnt Ihr die erste Nacht verbringen und am nächsten Tag den Krimmler-Tauernpass anpacken. Bikerfreundlicher Wirt und gutes Essen in gemütlichen Stuben. Bis zum Pass etwa 1,5h schieben - ist aber recht angenehm, da der alte Schmugglerweg nicht steil ist.
Tuxer-Joch: Hinunter nach Kasern wurde die üble Tragepassage saniert. Man kann den Weg jetzt fahren, allerdings trifft dies nur für gute Biker zu. Der Übergang bleibt anspruchsvoll, entschädigt aber mit toller Landschaft.
Info Pässe allgemein
Pfitscher-Joch
Der früher sehr mühevolle Weg vom Schlegeis-Speicher zum Pfitscher-Joch wurde vor Jahren saniert! Jetzt ist es ein Mix aus fahren, schieben und tragen. Jedenfalls nicht mehr ganz so anstrengend wie früher. Die schöne Abfahrt in den Süden macht die Anstrengung wieder wett.
Pfunderer-Joch
Nicht zu früh angehen! Der Anstieg zum Joch ist ein reiner Nord-Anstieg und da bleibt bekanntlich der Schnee am längsten liegen. Daher meist erst ab Juni/Juli machbar.
Passo Alpiselle
Sehr schöner einfacher Trail vom Lago Cancano nach Livigno über den Passo Alpiselle in superschöner Landschaft. Bitte auf die Wanderer Rücksicht nehmen!
Alpencross-Spezialisten
Unsere Alpencross-Spezialisten helfen Dir mit dem passenden Equipment: Regenjacke, Gamaschen, Kettennietstift, Rucksack, Erste-Hilfe-Set, Sitzcreme, Bremspad's oder Gore-Innensocken, wir haben einfach alles oder besorgen es Dir in kurzer Zeit.
Alpencross-Checkliste
Rucksack mit Regenhülle (25-30l)
Ohne Regenschutzhülle ist ein Rucksack nutzlos, da sonst nach einer Dusche alles im Rucksack nass ist. Bestens bewährt hat sich unser Deuter "Trans Alpine" Rucksack mit 25 oder 30 Liter Volumen. Es gibt den "Trans Alpine" auch in einer Version für Frauen und kleine Personen als "Trans Alpine 26 SL".
Satteltasche
Entlastet den Rucksack! Die Satteltasche sollte einen Regenschutz haben.
Packsäcke aus Nylon
Wer sparen will, nimmt robuste Plastiktüten. Mit Packsäcken bzw. Plastiktüten lassen sich schmutzige und saubere Sachen besser im Rucksack trennen, zudem bleiben die wichtigen Sachen bei Sauwetter wirklich trocken.
Helm
Der Helm hilft auch gegen zuviel Sonne. Also: Sonnenstich vorbeugen und den Helm immer auflassen! Manche verwenden gegen Regen einen Helmüberzug. GORE hat so etwas im Programm. Besser man kauft gleich zu seiner GORE-Jacke eine Kapuze mit dazu. Siehe Hinweis unter Bekleidung.
Sonnenbrille
Tipp: Brillen von Rudy Project. Optimale Passform.
Handschuhe
Kurz und lang! Lange Handschuhe sind ein Muss, da es auf großer Höhe mitten im August schneien kann! Bereits bei 1500m Höhe fällt die Temperatur nach einem Wetterumschwung schnell mal auf 10 Grad oder darunter, was bei längeren Abfahrten für eiskalte Finger sorgt.
Anorak & Regenhose
Doppelfunktion: Bei Regen bleibt man trocken und bei Kälte oder Wind zieht's nicht durch. Hier sollte man nicht sparen. GORE hat mit Abstand die genialsten Teile. Abnehmbare Kapuzen sind sinnvoller als integrierte!
1-2 Trikots & Ski-Unterhemd
Mit einem Funktionsunterhemd (ärmellos) hat man eine weitere Wärmeschicht ohne großes Mehrgewicht (Zwiebelprinzip). Ein eng anliegendes Unterhemd hilft besser gegen auskühlen und Muskelverspannungen.
Fleece & winddichte Weste
Auch die Fleece-Jacke ist ein Muss. Es kann im Gebirge jederzeit zapfig kalt werden. Fleece-Jacken sind leicht und trocknen schnell.
Radhose oder Baggy
Jeder wie er will.
Beinlinge
Tipp zum Gewicht sparen: Wenn's kalt wird, einfach die Regenhose anziehen.
Rolltuch (Buff)
Universell einsetzbar als Mütze, Stirnband, Sonnenschutz, Halstuch oder Mundschutz.
Radschuhe & Radsocken
Grundsätzlich ist jeder Radschuh geeignet. Selbst wer längere Schiebepassagen einplant, kann ruhig in seinem Lieblingsschuh losziehen. Warum auch nicht? Hauptsache, der Schuh ist schon mal eingefahren und man fühlt sich wohl. 7 Tage in einem unbequemen Schuh machen kein Spaß. Ob harte oder weiche Sohle, ob hoher Schuh oder nicht, darüber könnte man endlos diskutieren. Tipp: Mit harten Sohlen wird die Kraft viel besser übertragen, die Fußsohle muss weniger Ausgleichsarbeit leisten. Viele lehnen aber harte Schuhe ab, weil sie der Ansicht sind, dass man damit nicht gut laufen kann.
Gamaschen
Sicher schön, wenn bei Regen die Füße trocken und warm bleiben. Allerdings sind viele Gamaschen einfach zu dick und nehmen viel Platz im Rucksack weg. Tipp: Wer verfroren ist, sollte Gamaschen einpacken, für alle anderen reichen Windstopper-GORE-Socken.
Trinkflaschen oder Camelback
Ein Liter Wasser ist ein Kilo. Deswegen bevorzugen viele die klassische Trinkflasche am Bike. Man kann die Trinkblase im Rucksack trotzdem mitnehmen und sie nur bei Bedarf einsetzen.
Trinkwasser-Pulver/Tabletten
Irgendwann hängt einem das normale Wasser zum Hals heraus. Sehr bewährt hat sich das POWERBAR-Trinkpulver. Es enthält wichtige Mineralien, Vitamine und Kohlenhydrate, zudem schmeckt es recht gut.
Klingel
Nicht zwingend, aber sehr praktisch für die stark von Wanderern frequentierten Routen in den Dolomiten zur Haupturlaubszeit.
Computer
Nicht zwingend, aber ein nützliches Gerät zur Tourenplanung und Orientierung. Ideal mit Höhenmesser-Funktion, damit kann die Position auf der Karte besser bestimmt werden.
Schlauch, Flickzeug, Reifenheber (aus Kunststoff)
Jeder braucht einen Ersatzschlauch. Wenn’s ganz blöd läuft, gehen die weg wie warme Semmeln.
Luftpumpe
Für jeden eine! Wieso? Weil jeder einmal der Letzte sein kann. Patsch, ein Platten. Die Truppe ist mit dem Typ, der die Pumpe hat, bereits ins Tal gebraust. Was nun?
1 Paar Bremsbeläge
Nicht zwingend, wenn die Beläge neu sind.
Kettenöl
Und das nicht zuwenig! 2 Tage im strömenden Regen und die Kette schreit nach Öl. Eine kleine Flasche für 5 Leute ist definitiv zu wenig.
Inbus-Kombi-Tool & Kettennieter & Kettenniete für 8-fach oder 9-fach
Ein Kettennieter ohne Ersatz-Niete ist nicht viel wert. Tipp: Beim Kettenvernieten ist es schwierig, die Kette zusammenzuhalten, da die Schaltwerksfeder an der Kette "zieht". Mit einer Speiche kann man sich einen simplen Kettenhalter basteln: Speiche auf 7-8cm abzwicken und die Enden links und rechts 1cm hochbiegen.
Tape, Kabelbinder und Inbusschrauben
Schrauben muss man nicht unbedingt mitnehmen. Es reicht in der Regel, wenn man vor der Tour zu Hause alles festgezogen hat. Mit etwas Tape und ein paar Kabelbinder lässt sich unterwegs einiges improvisieren.
Speichenschlüssel
Nur dann, wenn im Werkzeug-Set kein Speichenschlüssel enthalten ist. Bei TOPEAK-Tools inklusive.
Federgabelpumpe
Haben wir noch nie gebraucht. Ein Dämpfer muss dicht sein. Eine große Truppe sollte dennoch eine Pumpe für alle mitnehmen.
Schaltzug & Bremszug
Wiegt nicht viel, kann aber nützlich sein. Wer zu Hause alles gecheckt hat, braucht sich aber normalerweise um seine Züge keine Sorgen machen. Neue Shimano Züge reißen nicht.
Abendsocken & Hüttenschuhe
Eigentlich kann man alles in Radschuhen gehen, auf der Hütte reichen oft Socken. Leichte Beachschlappen wiegen aber nicht viel und sind ein netter Luxus.
Unterhose & T-Shirt
Trekkinghose oder Fleecehose
In Bergsportläden gibt es Trekkinghosen aus dünnem und sehr reißfestem Gewebe mit einem Drittel des Gewichts einer Jeans. Ideal!
Handtuch
Gibt es auch als Fleecehandtuch in Outdoorläden. Ideal, da schnelltrockend und leicht. Wer nur Pensionen bucht, kann sich das sparen.
1 Seidenhüttenschlafsack
Den braucht nur, wer auf Hütten übernachtet. Kann auf vielen Hütten gekauft oder ausgeliehen werden.
Lampe
Eine Lampe muss sein. Eigentlich für jeden in der Truppe, schließlich kann man unvorhergesehen in die Nacht hineingeraten oder es geht durch einen stockfinsteren Tunnel. Tipp: LED-Lampen von Cateye.
Haarwaschmittel (Probepackung)
Damit lässt sich auch mal ein verschwitztes Trikot auswaschen.
Zahnpasta & Zahnbürste
Sonnencreme, Lippenschutz (Labello)
Gesäßcreme
Ein wunder Popo macht keinen Spaß. Gesäßcreme hat jeder bessere Bikeshop und wirkt Wunder. Auch wenn alles schon brennt und juckt. Tipp: SIXTUS- oder ASSOS-Gesäßcreme.
Geld & EC-Karte & Kreditkarte
Bargeld für Hüttennutzer! Selten hat ein Wirt eine EC-Cash-Maschine.
Ausweis & DAV-Ausweis
DAV-Hütten weisen niemanden ab, bloß weil man keinen Alpenvereinsausweis hat. Tipp: Den Wirt fragen, ob er ein preiswertes Halbpensions-Paket mit Abendessen und Frühstück anzubieten hat. Viele italienische Hütten schauen aus wie Alpenvereinshütten, sind aber privat. Daher immer vorher nach den Preisen fragen und eventuell ein Package heraushandeln.
Karten
Gebietskarten 1:50.000 und eine Übersichtskarte Alpen. Man kann sich Karten auch vom Alpenverein ausleihen. In München wäre die Adresse: Praterinsel 5, 089-21 12 24 23. Das beste Sortiment in München hat der GEO-Buchladen am Viktualienmarkt.
GPS Gerät
Falls Du ein GPS Gerät benutzen möchtest, als Unterstützung für die Karten, empfehlen wir Dir den
Garmin Edge 705.
Krankenkassennachweis
Handy
Wenn es geht, sollte jeder eins dabei haben.
Achtung: In Italien muss man auch bei der Ortsvorwahl die Null dazu wählen. Zum Beispiel: 0039-0432-475 45 67
Erste Hilfe Set
Gehört in jeden Rucksack.
Aspirin
Persönliche Medikamente
Kugelschreiber
Digitalkamera mit Ersatzakkus und zweiter Speicherkarte
Sehr nützlich ist eine kleine Fototasche mit Schlaufe für den Rucksack-Hüftgurt. So bleibt die Kamera immer einsatzbereit, das ständige Rucksack Auf-und-Zu kann nerven.
Schaffe ich einen Alpencross?
Ein Alpencross bzw. Transalp ist eine Herausforderung für die Kondition und Dein Organisationstalent.
Probier's einfach mal aus, ein Alpencross enthält nichts, was Du nicht auch kannst. Du brauchst ein Bike, die passende Ausrüstung und eine Woche Zeit. Es gibt aber auch keine Vorschrift, die besagt, dass man nicht einfach mal mit einem kurzen Drei-Tagestrip beginnen könnte. Etwas Improvisationstalent hilft: Die vergessene Zahnbürste gibt es an jeder Ecke, ein freies Bett findet sich immer irgendwo.
Letztlich ist eine 7-tägige Tour über die Alpen auch nicht viel anders als eine Bike-Tour vor der Haustür, nur mit dem kleinen Unterschied, dass Du am Abend nicht zuhause bist und der Rucksack etwas schwerer ist. Abbrechen kann man an jeder Ecke. Schließlich sind die Alpen nicht das nordöstliche Grenzgebirge von Tibet. Der nächste Bahnhof ist selten weit entfernt.
Fakt's und Legenden
Du brauchst kein neues Bike! Jedes Bike ist okay. Hauptsache, es hat intakte Reifen, eine geölte Kette und die Schaltung funktioniert.
Einen Alpencross kannst Du auch alleine fahren: Wir sind schließlich in den Alpen und nicht in der Wüste Gobi. Gleichgesinnte tummeln sich auf jeder Hütte.
20-30% der Alpencrosser brechen ihr geplantes Vorhaben ab, weil das Wetter schlecht wurde oder das Bike kaputt ging.
60% verfahren sich regelmäßig, einige landen sogar in einer völlig anderen Gegend. Die meisten fahren zum Gardasee.
Einige übernachten sogar in guten Hotels, trinken Wein und essen nur vom Feinsten.
Was spricht gegen kommerzielle Anbieter?
Nichts? Sicher, es fehlt der Reiz des selber Geplanten. Aber wer sowieso nicht der große Planer ist oder schlichtweg keine Zeit hat, liegt mit einer geführten Tour genau richtig. Das Erlebnis in der Gruppe kann auch sehr schön sein.
Weitere nützliche Tipps
Wie schwer soll der Rucksack sein?
So zwischen 6-7kg!
Was ist die beste Rucksack-Pack-Strategie?
Erst mal alles rauslegen. Dann Stück für Stück reduzieren. Immer weiter - bis die Waage maximal 8kg anzeigt.
Tipp: Dein Rucksack sollte unbedingt eine wasserdichte Regenschutzhülle haben. Zur Not geht auch ein großer Plastiksack (Müllsack).
Wie plane ich meine Unterkunft?
Im Intenet findest Du alles.
Einige wichtige Links:
www.fremdenverkehrsamt.com/suedtirol.html
www.austriatourism.com
de.myswitzerland.com/de/welcome.cfm
Soll ich die Unterkunft vorher buchen?
Ja! Unterwegs kannst Du per Handy immer noch absagen. Gerade bei größeren Gruppen kann es supernervig sein, wenn man am Abend endlos in der Gegend herumsuchen muss.
Tipp: Im Handy alle Telefonnummern der Unterkünfte bereits zuhause eintippen. Vor Ort anrufen und zur Pension lotsen lassen! In Italien muss die Null der Ortsvorwahl immer mit gewählt werden! In Grenzbereichen zur Schweiz lieber auf italienischer Seite bleiben. Die Zimmer sind i. d. R. erheblich günstiger. Das Essen sowieso.
90% der Alpenvereins-Hütten haben heutzutage Duschen und manche haben sogar Einzelzimmer, die aber oft reserviert sind. Rechtzeitig buchen! Strategisch gelegene Hütten können in der Saison brutal voll werden.
Hütten sind oft ein guter Kontaktpunkt für die weitere Planung, da man dort viele andere Biker findet. Wer aber neben Schnarchern kein Auge zubekommt, sollte lieber Ohropax mitnehmen, ein Einzelzimmer buchen oder die Unterkunft im Tal planen.
Unentbehrlich: Das Handy!
Unterwegs abschalten, damit der Akku lange hält.
Diese Nummern einspeichern:
• Notrufnummer 112. Vorwahl ist nicht notwendig. Gilt für die ganzen Alpen.
• Wetternummer vom Alpenverein: 0049-89-29 50 70
• Alle Nummern der Unterkünfte
• Nummer von seinem Bikeshop - manchmal reicht eine Ferndiagnose!
Größere Gruppen sollten vorher immer vereinbaren, dass man sofort das Handy einschaltet, wenn sich jemand von der Gruppe verfährt. So kann sich die Gruppe mit der "verlorenen" Person verständigen und ihn oder sie wieder auf den "rechten" Weg lotsen. Voraussetzung: Am ersten Tag vor dem Start muss jeder vom anderen die Handynummer abspeichern!
Wieviel Höhenmeter (Hm) und km (km) sind pro Tag realistisch?
• 1300Hm und 60km reichen völlig für den mittleren Bedarf
• 2200Hm und 100km sind schon anspruchsvoll, das packt man nicht jeden Tag.
• 2800Hm und 130km (oder mehr) schaffen nur extrem gute Leuten
Das schaffst Du (circa) pro Stunde:
Gebirge: Pro Stunde 500-550Hm auf 7km
Flachland: Pro Stunde etwa 20km auf 150Hm
Ein typischer Alpencross-Tag – nach eigener Messung:
Abfahrt 8 Uhr, Ankunft 17Uhr
63km / 1900Hm / 6h reine Fahrzeit / 9 Stunden unterwegs
Das heißt, 1/3 der Zeit ging für Pausen, Pannen oder was auch immer drauf.
Die beste Strategie, um durchzukommen und Kraft zu sparen
An steilen Anstiegen lieber mal schieben und Kräfte schonen. Ruhig auch mal Bahn, Bus oder Seilbahn ins Konzept einbauen. Unterwegs andere Biker über die Wege fragen und eventuell neue Strategien entwickeln. Nicht sklavisch an einem Konzept festhalten.
Essen und Trinken
Rechtzeitig essen gehen und erhöhten Verbrauch einplanen. Wer wenig trinkt, hat einen Leistungsverlust von bis zu 60%. Auch dann trinken, wenn das Wetter schlecht ist. Mangels direktem Sonnenkontakt wird oft vergessen, dass der Körper genauso viel Flüssigkeit verbraucht.
Tipp: Vor längeren Anstiegen etwas in den Rucksack stecken. Völlige Erschöpfung führt zu Mega-Frust und hektischen Handlungen. Reichlich Wasser mitnehmen und bei Hitze oder Hochtouren erhöhten Trinkbedarf einkalkulieren.
Wasser nicht aus Bergbächen entnehmen! Nicht aus jedem Brunnen trinken! Ein kristallklarer Bergbach muss nicht sauber sein: 500 Meter oberhalb liegt vielleicht ein verendetes Tier im Bach oder die Kühe vom Almbauern „düngen“ am Oberlauf gerade das Wasser.
Das Wetter
„Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Ausrüstung.“ Den Spruch kennt jeder, aber es ist natürlich was Wahres dran. Gute Klamotten sind die halbe Miete. Eine wasserdichte Jacke und Überziehhose gehören zur Standardausstattung. Nimm unbedingt lange Fingerhandschuhe mit: Mit zunehmender Höhe wird es bekanntlich immer kälter. Da kann es bei der 8 Uhr-Abfahrt von der Hütte ganz schön kalt werden, bei Regen sowieso.
Wann ist die beste Zeit zu fahren?
Juli und August. Im Juni hat es oft noch zu viel Schnee in höheren Lagen. Im September kann es schon wieder schneien, andererseits ist der Herbst oft günstig, da es weniger Gewitter hat und Unterkünfte leichter zu haben sind.
Leichte Alpencross-Touren, zum Beispiel die Strecke über den Reschenpass, gehen auch schon ab Mai.
Tipp: Viele Alpencrosser starten am Samstag und blockieren damit strategische Hütten. Starte antizyklisch!
Sicherheit
In abgelegenen Regionen: Low risk-Strategie! In vielen Gegenden musst Du bei einem Unfall erst mal ein Stück in Richtung Tal fahren, bevor das Handy wieder anspricht und Du um Hilfe rufen kannst.
Nicht zu unterschätzen sind Unwettersituationen in der Nähe von V-Tälern, entlang von Bachläufen oder auf schmalen Wegen am Steilhang. Durch das viele Wasser entwickelt sich Schwellwasser, das schnell gefährlich werden kann. Starker Regen kann einen Hangrutsch oder Steinschlag auslösen. Halte Dich bis zum Ende des Gewitters einfach von exponierten Stellen fern.
Info zum sicheren Verhalten bei Gewitter:
www.uni-kassel.de/presse/kinderuni/archiv/skripte/Blitz.pdf
Queren von Schneefeldern
Für Biker sind Schneefelder insofern gefährlicher, da sie ja noch das Bike mit hinüber zu schleppen haben. Außerdem tragen Biker in der Regel keine griffigen Bergschuhe.
Schneefelder mit großem Respekt angehen. Erst mal nüchtern abschätzen, was ein "Ausrutscher" für Folgen haben könnte: Endet das Schneefeld in einer harmlosen Mulde, dann kann nicht viel passieren.
Immer aufrecht gehen, damit die Schuhsohle maximale Belastung bekommt. Keine Hektik, jeder Tritt muss sitzen. Harter "Morgenschnee" ist besonders gefährlich. Notfalls kannst Du die Sattelstütze (Sattel abschrauben) als Ersatz-Pickel verwenden.
Karten
Übersichtskarte Alpen gesamt:
"Alpenländer", freytag & berndt, 1:600 000
Übersicht regional::
MAIR Verlag 1:200 000 Generalkarte Nr.5
MAIR Verlag 1:200 000 Generalkarte "Südtirol"
Kümmerley + Frey 1:120 000 Graubünden
Tipp: Für Biker reichen 50.000er Karten völlig. 100.000er gehen auch, sofern die Karte gut gemacht ist.
Die gängigsten Karten-Hersteller:
• Kompass-Karten
• Alpenvereinskarten. DAV, ÖAV, etc.
• Bayerisches Landesvermessungsamt BLV
• TABACCO Karten
• freytag & berndt
• Kümmerley + Frey
Jede Region hat "ihre" Karten, da haben Sie z.T. nur bedingte Auswahl:
Südalpen: Kompass oder TABACCO Karten
Nordalpen: Kompass, AV, BLV oder freytag & berndt
Über Qualität und Nutzwert der einzelnen Karten-Hersteller kann man sich streiten. Tatsache ist, dass es für viele Regionen wenig Auswahl gibt, da muss man nehmen was da ist.
Jeder hat sich schon mal verfahren und hinterher war es die Sch...karte. Damit musst du leben! Karten "hinken" immer hinterher, es kann Jahre dauern bis der neue Almweg in die Karte kommt.
Tipp: Das beste Kartensortiment in München hat die Geo-Buchhandlung in der Nähe vom Viktualienmarkt oder der Hugendubel am Marienplatz.
Hilfreiche Karten-Info:
Karten sind immer "ge-nordet". Norden ist also immer oben!
Gestrichelte Wege auf einer Karte sind oft noch machbar, gepunktete Wege sind meistens unfahrbar!
1:200 000 bedeutet übersetzt: 1cm entspricht 2000 Meter (2km).
Die Umrechnung ist einfach: Vom Maßstab einfach zwei Nullen abziehen! Beispiel 1:500 000 minus zwei Nullen macht 1:5000 und damit hast Du das Zentimeter-Meter Verhältnis. 1cm entspricht 5000 Meter.
Wie lange brauche ich...?
Im Gebirge machst Du pro Stunde etwa 500-550Hm auf 7km, im Flachland etwa 20km auf 150Hm.
Fix und fertige Touren nachfahren?
Grundsätzlich ist der Erlebniswert der selbst geplanten Tour um einiges höher.
Aber wer hat schon immer Zeit und Lust für aufwendige Recherchen. Ein gut gemachtes Roadbook spart viel Mühe. Man sollte trotzdem nicht auf gutes Kartenmaterial verzichten, die Erfahrung hat gezeigt, dass eine bis ins Detail vorgekaute Tour nicht vor dem Verfahren schützt. Tipp: Unterwegs gibt es genug Gelegenheit, andere Biker auszufragen!
Was muss ich selber reparieren können?
Nicht viel, außer einen Platten flicken! Wenn das Bike ordentlich präpariert ist, wird selten etwas kaputt gehen. Mach' auf Schadensvermeidung:
• Gefühlvoll schalten
• In Intervallen bremsen
• Stürze vermeiden. An riskanten Stellen lieber rechtzeitig absteigen.
Macht ein Gepäckträger Sinn?
Nein! Nur wenn Du wirklich gar keinen Rucksack auf dem Rücken verträgst. An die meisten Bikes lassen sich sowieso keine Gepäckträger mehr montieren. Der Rucksack auf dem Gepäckträger ist ausserdem unpraktisch: Man muss ständig mit den Spanngurten hantieren und das Handling vom Bike verschlechtert sich deutlich. Und cool ist es auch nicht.
Wie trägt man sein Bike am besten?
Das Bike umdrehen (Vorderrad nach hinten) und den Sattel auf die Schulter. Das Bike links tragen, so sind die Kettenblätter weg vom Körper. Die linke Hand greift das Unterrohr und stabilisiert das Bike. Am besten legt man auf die Schulter einen Fleece, das dämpft den Druck vom Sattel.
Was kostet ein Alpencross?
Pro Tag mindestens 60 Euro * 7 = 420 Euro plus Rückfahrt = um die 500 Euro.
Genießer müssen mit 700-900 Euro rechnen.
Ausreichend Bargeld mitnehmen: Hütten haben keinen Bancomat!
Wie komme ich zurück?
Ob mit dem Shuttle oder per Zug, circa 50-60 Euro musst Du vom Gardasse bis München mindestens rechnen.
1) Shuttle-Service: Vom Gardasee. Besonders bequem, kostet etwas mehr als der Zug: No Limits Transalp Shuttle Service.
2) Mit dem Zug: Der nächste Bahnhof vom Gardasee aus gesehen, ist Rovereto. Dauert ca. 1 Stunde auf dem neuen Radweg.
Den Fahrplan für italienische Züge findest Du im Internet: Trenitalia (Ital. Eisenbahn)
Italienische Züge nehmen für Fernstrecken keine Räder mit - außer als Gepäck! Daher muss man bis zum Brenner den regionalen Zug nehmen, am Brenner dann in den regionalen österreichischen Regionalzug umsteigen und in Innsbruck wieder in den Zug nach Rosenheim oder München umsteigen.
Die beste Verbindung geht von Rovereto um 16.31 Uhr, Ankunft München etwa 23.30 Uhr. Somit braucht man erst etwa um 14 Uhr vom Lago losfahren und kann noch in aller Ruhe einen schönen "Cappu" trinken. Nachteil: Viele Biker machen es so! Und dann stehen z. T. 20 Biker am Bahnsteig in Rovereto was jede Kapazität sprengt. Ist der Schaffner nicht gut drauf, dann läßt er schon mal die Hälfte der Biker am Bahnsteig stehen.
Entweder sehr früh zum Bahnhof oder 2) einen Bahnhof südlich von Rovereto anfahren. Funktioniert, solange es die anderen noch nicht wissen.
Tipp zum Kartenkauf in Italien: Immer ein Ticket für das Bike mitlösen. Im Zug nachlösen kostet mehr. Alle Tickets am Bahnhof entwerten - dafür gibt es eine extra Abstempelungsmaschine. Münchener U-Bahn-Fahrer kennen das.
Tipp zum Einsteigen: Der Wagon mit dem Radabteil ist direkt hinter der Lok!
Sonstige praktische Tipps:
Telefonieren in Italien: Wer das nicht weiß, verzweifelt schier: Bei der Regionalvorwahl muss in Italien die Null mitgewählt werden.
Zum Beispiel 0039 0464 527248
Die 0039 ist die Landesvorwahl für Italien und die 0464 ist die regionale Vorwahl der Gardasee-Region, so wie 089 für München. Die Null vor der Regionalvorwahl muss in Italien immer mit dabei sein!
Übrigens: Wenn Du in Italien anrufst und jemand sagt "pronto" dann heißt das nicht, Du sollst dich beeilen. In Italien meldet man sich so am Telefon!
Unterkunft: Alpencrosser brauchen immer nur ein Bett für eine Nacht. Deswegen wird Dir oft das schlechteste Zimmer angedreht, weil der Wirt noch immer an die 14-Tage-buchende Urlauberfamilie glaubt. Check das Zimmer immer vorher ab!
Südlich von Bozen im italienischen Sprachraum gibt es kaum noch Pensionen, so wie es sie tausendfach in Südtirol gibt. Privatzimmer zu vermieten hat im "richtigen" Italien keine Tradition. Deshalb können im ausgebuchten Sommer die wenigen Hotels der Region manchmal ganz schön teuer sein. Da solltet Ihr eher auf Hütten ausweichen. Ganz günstig sind Ski-Orte, die im Sommer wenig Geschäft machen. Madonna di Campiglio zum Beispiel, ist ein wichtiger Etappenpunkt in Richtung Gardasee, wo viele zum letzten Mal übernachten.
Keine Angst vor der "dummen Kuh"
Oft biked man über Almen, wo zuweilen direkt auf dem Weg eine Kuh steht und überhaupt keine Lust hat, mal auf die Seite zu gehen. Fahr einfach langsam vorbei, die Kuh tut nichts, Du solltest sie aber auch nicht erschrecken. Erschrickt ein Tier, springt weg und bricht sich den Fuß oder kollidiert mit dem Biker...dreimal darfst Du fragen, wer schuld ist. Das kann teuer werden.
Noch was: Auf Almen stehen nie Bullen herum. Das ist den Bauern viel zu gefährlich.
Vieh-Gatter sorgfältig zumachen: Auch hier gilt das Prinzip des Verursachers. Denk daran: Du bewegst Dich abseits der üblichen Straßen fast immer auf Privatwegen, die zu 99,9% nicht extra für dich gebaut wurden!
Was ist das?
• Malga = Alm
• Asten = Weide, Zwischenstation zur Alm
• Kofel = Altdeutscher Begriff für "felsiger Gipfel"
• Kogel = Altdeutscher Begriff für "Bergkuppe" (etwas rundlicher)
• Rifugio = Hütte
• Kees und Ferner = Altdeutscher Begriff für Gletscher
• Plan = ebener, freier Platz
• baita = Hütte, Alpenhütte, Stadel, Almhütte
• baite = ist die Mehrzahl davon
• Zimmer = camera oder stanza
• wo ist...? = dove e...?
• Fahrrad = bicicletta (bitschikletta ausgesprochen)
Viel Spaß und wenn Du einen guten Tipp hast oder noch mehr wissen willst, dann schreib mir einfach eine E-Mail